{"id":6803,"date":"2020-05-28T10:13:53","date_gmt":"2020-05-28T08:13:53","guid":{"rendered":"https:\/\/vchd.cz\/unkategorisiert\/aktuelle-trends-im-landverkehr-gesprach-mit-dem-vorstandsvorsitzenden\/"},"modified":"2020-05-28T10:13:53","modified_gmt":"2020-05-28T08:13:53","slug":"aktuelle-trends-im-landverkehr-gesprach-mit-dem-vorstandsvorsitzenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vchd.cz\/de\/neuheiten\/aktuelle-trends-im-landverkehr-gesprach-mit-dem-vorstandsvorsitzenden\/","title":{"rendered":"Aktuelle Trends im Landverkehr \u2013 Gespr\u00e4ch mit dem Vorstandsvorsitzenden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wir alle gehen davon aus, dass sich die au\u00dferordentliche Situation fr\u00fcher oder sp\u00e4ter beruhigen wird und dass das Gesch\u00e4ft und die damit verbundenen Transporte wieder ihren vorherigen Rhythmus finden. Was den Landverkehr im 21. Jahrhundert allgemein beeinflusst, welche Trends in dieser Branche bestehen und wie sie von der aktuellen Situation beeinflusst werden, dar\u00fcber haben wir uns mit Ing. Petr Kozel unterhalten.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Welche technologischen Trends erwarten Sie in naher Zukunft im Warentransport? Welche Technologien werden Ihrer Meinung nach in fernerer Zukunft eingesetzt?<\/strong><\/p>\n<p>Der Landverkehr ist nach wie vor die am weitesten verbreitete Art von Warentransport in Europa. Die steigende Nachfrage und die steigenden Anforderungen an die hohe Qualit\u00e4t des Einkaufens dr\u00e4ngen seit vielen Jahren auf eine reibungslose und zeitnahe Versorgung. Es gibt viele Trends, \u00fcber die gesprochen wird, und die meisten beziehen sich auf den Umweltschutz und die zusammenbrechende Verkehrssituation in den Innenst\u00e4dten. Die Kritik an der Versorgung mit Dieselfahrzeugen wird ebenso wie die enormen Investitionen in Elektroautos zu einem politischen Instrument.<\/p>\n<p>Obwohl es sich um ein viel medialisiertes Thema handelt, steckt die Entwicklung von Technologien f\u00fcr alternative Antriebe im Bereich des Ferng\u00fcterverkehrs, ob es sich nun um Elektromotoren, den Einsatz von Wasserstoff oder Brennstoffzellen handelt, noch in den Kinderschuhen und der Masseneinsatz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ist noch nicht absehbar.<\/p>\n<p>Wirklich erreichbare Ziele f\u00fcr den Umweltschutz und die L\u00f6sung kollabierender Metropolen liegen daher in der Optimierung des konventionellen Verkehrs. Obwohl der Transport seitens der Transportunternehmen und ihrer Kunden seit vielen Jahren optimiert wird, besteht hier immer noch ein gro\u00dfes Potenzial. Ich gehe davon aus, dass ein gro\u00dfer Druck auf eine noch st\u00e4rkere Konsolidierung der G\u00fcter und die Nutzung der vollen Fahrzeugkapazit\u00e4t sowie auf L\u00f6sungen im Bereich der p\u00fcnktlichen Ankunft zum Belade- und Entladeort ausge\u00fcbt wird. Ich glaube, dass Unternehmen verst\u00e4rkt auf Wechselbr\u00fccken und Mega-Auflieger zur\u00fcckgreifen werden, oder wenn die Gesetzgebung auf europ\u00e4ischer Ebene ge\u00e4ndert wird, wird es m\u00f6glich sein, Gigaliner auch f\u00fcr den grenz\u00fcberschreitenden Verkehr einzusetzen. In naher Zukunft wird die GPS-\u00dcberwachung von Transporteinheiten sicherlich von gro\u00dfen Logistikunternehmen sowie Transportgesellschaften weiter ausgebaut.<\/p>\n<p>Mittelfristig k\u00f6nnte Platoonig eingesetzt werden, wenn Technologie und Gesetzgebung einen vern\u00fcnftigen Schnittpunkt finden.<\/p>\n<p><strong>Was halten Sie vom Druck im Transport beim Wechsel von der Stra\u00dfe auf die Schiene? Von welcher Seite ist dieser Druck am gr\u00f6\u00dften (Europ\u00e4ische Union, \u00d6ffentlichkeit, gr\u00fcne Aktivisten usw.)?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt praktisch kein Glied in der gesamten Lieferkette, das eine h\u00f6here Nutzung der Eisenbahn zumindest theoretisch nicht unterst\u00fctzen w\u00fcrde. In der Praxis gibt es die Nutzung der Schiene f\u00fcr den Warentransport jedoch immer weniger, und von vern\u00fcnftigen Kunden wird eine solche Alternative nicht mal gefordert. Der Trend zur h\u00f6heren Liefergeschwindigkeit widerspricht einfach der Verwendung der Schiene als Alternative zum LKW-Transport. Eine absolute Notwendigkeit f\u00fcr eine massivere Nutzung der Eisenbahn ist der Bau eines ausreichend dichten Netzes von Umschlagpl\u00e4tzen und Hochgeschwindigkeitsstrecken. All dies ist \u00e4u\u00dferst investitionsintensiv, und da dies innerhalb Europas keine isolierten L\u00f6sungen sein k\u00f6nnen, geht es h\u00e4ufig \u00fcber die Kompetenzen eines Staates hinaus. Deshalb muss der Druck seitens der Europ\u00e4ischen Union ausge\u00fcbt werden. Ohne\u00a0 Ausbau\u00a0 des Schienennetzes mit einem\u00a0 anschlie\u00dfenden G\u00fcterumschlag mit Technologien zur Beladung von Sattelaufliegern oder Wechselbr\u00fccken, die zu der letzten Meile auf der Stra\u00dfe fahren k\u00f6nnen, wird die Nutzung der Eisenbahn auch in Zukunft nicht gro\u00df sein. Da dieser Bereich der Logistik eine kontinuierliche und langfristige Zusammenarbeit zwischen dem Staat und den Transport- oder Logistikunternehmen erfordert, ist klar, dass bei der Geschwindigkeit des Wechsels von Verkehrsministern in der Tschechischen Republik keine gr\u00f6\u00dferen Fortschritte erzielt wurden. Ich nehme also keinen Druck auf h\u00f6here Nutzung der Eisenbahn wahr.<\/p>\n<p><strong>Welche Auswirkungen wird die Corona-Virus-Krise Ihrer Meinung nach auf den Transportmarkt haben?<\/strong><\/p>\n<p>So wie COVID-19 in Europa nicht in kurzer Zeit beendet sein wird, werden einige Einschr\u00e4nkungen nicht schnell aufgehoben. Den st\u00e4rksten Effekt wird von mittelfristiger Sicht aus der R\u00fcckgang der Verbrauchernachfrage bei Endkunden haben. Trotz aller bisher ergriffenen Ma\u00dfnahmen zur Aufrechterhaltung der Besch\u00e4ftigung und trotz Milliardeninvestition in die Verkaufsf\u00f6rderung kommt es meines Erachtens zum weiteren Verfall der Verk\u00e4ufe, insbesondere aus zwei Gr\u00fcnden. Der erste ist die Selbstreflexion vieler Verbraucher, dass sie f\u00fcr genau diese Zwecke eine finanzielle Reserve ben\u00f6tigen (hier kann bei geringerer Nachfrage auch ein gewisser Druck auf Deflation entstehen), und der zweite ist die Einschr\u00e4nkung des freien Verkehrs innerhalb der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Sicherlich wird es Unternehmen mit einem sehr signifikanten Wachstum geben, wie zum Beispiel Spediteure, die Logistik f\u00fcr E-Shops anbieten, aber die Branche insgesamt wird sicherlich zur\u00fcckgehen. Ich w\u00fcrde es wagen, den diesj\u00e4hrigen R\u00fcckgang im Bereich des Landverkehrs zwischen 5 und 10% zu sch\u00e4tzen. Die Folgen dieses R\u00fcckgangs k\u00f6nnen immens sein, da ein gro\u00dfer Teil der Transportunternehmen in der Tschechischen Republik keine finanziellen Reserven hat und einige Transportunternehmen werden sich statt Qualit\u00e4tssteigerung auf Senkung der Preise orientieren.<\/p>\n<p>Auf lange Sicht sehe ich ein erhebliches Risiko. Die aktuelle &#8222;Verteilung&#8220; des Geldes muss von jemandem bezahlt werden. Selbst in der Zeit eines erheblichen Wachstums war unser Staatshaushalt defizit\u00e4r, aber es gab zumindest keinen Druck auf die Steuererh\u00f6hung. In Zukunft k\u00f6nnen viele Regierungen nach der Steuererh\u00f6hung als einfachem Weg zum Ausgleich des Staatshaushalts greifen und dabei sind die Transportunternehmen ein leichtes Ziel. Maut, Kfz-Steuer, Diesel-Verbrauchsteuer oder Mehrwertsteuer &#8211; das ist f\u00fcr den Staat ein &#8222;schnelles&#8220; Geld. Die Transportunternehmen \u00fcbertragen diesen Anstieg nur schwierig in ihre Preise, es schneidet ihre bereits niedrigen Margen ab und verschlechtert den Cashflow. Sollte der Staat in der Tschechischen Republik so etwas tun, wird er sofort der bereits oft beg\u00fcnstigten Konkurrenz der Spediteure aus \u00f6stlichen L\u00e4ndern in die H\u00e4nde spielen. Letztendlich k\u00f6nnte der Transportmarkt vollst\u00e4ndig von ausl\u00e4ndischen Unternehmen abh\u00e4ngig sein, und jeder Schock (zum Beispiel in Form einer Krise) k\u00f6nnte den Transportmarkt in der Tschechischen Republik vollst\u00e4ndig lahm legen.<\/p>\n<p><strong>Ist es m\u00f6glich, sich in Ihrem Business im Voraus auf solche pl\u00f6tzlichen Ereignisse wie Pandemien, Naturkatastrophen, b\u00fcrgerliche Unruhen usw. vorzubereiten? <\/strong><\/p>\n<p>Wichtig ist, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten pl\u00f6tzlichen Situation ist und wie hoch die Kosten f\u00fcr die Vorbereitung darauf sind &#8211; diese sollten die Unternehmensergebnisse nicht zu stark beeintr\u00e4chtigen. Daher sollte jedes Unternehmen bei seiner Entscheidungsfindung\u00a0 Kaufmannsverstand verwenden und einfache Prinzipien der Nachhaltigkeit festlegen. Zu diesen Grunds\u00e4tzen m\u00fcssen R\u00fccksichtnahme auf die Umwelt, eine langfristige Beziehung zu Kunden sowie zu eigenen Mitarbeitern und vor allem ein verantwortungsbewusstes Finanzmanagement \u2013 d.h. eine finanzielle Reserve f\u00fcr eine Umsatzsenkung von 3 bis 6 Monaten geh\u00f6ren. So wie Computerviren sehr gef\u00e4hrlich sind und sein werden, man kann sich auf sie kaum vorbereiten und wir werden immer in Zeitverz\u00f6gerung mit Antivirenprogrammen sein, werden Pandemien oder Naturkatastrophen einzigartig sein und man wird sich also auf sie im Voraus kaum vern\u00fcnftig vorbereiten k\u00f6nnen. Aber starke und selbstbewusste Unternehmen, die flexibel reagieren k\u00f6nnen, werden sie leichter \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle gehen davon aus, dass sich die au\u00dferordentliche Situation fr\u00fcher oder sp\u00e4ter beruhigen wird und dass das Gesch\u00e4ft und die damit verbundenen Transporte wieder ihren vorherigen Rhythmus finden. Was den Landverkehr im 21. 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